Nahkampfausbildung im Kommando Spezialkräfte

Heute nun die Fortsetzung des Beitrags „Vorstellung des Kommando Spezialkräfte“. Ich hatte in dem Beitrag das KSK vorgestellt und dabei auch erwähnt, dass ich noch einen zweiten Artikel über das KSK und WT gefunden habe. Deshalb gebe ich euch den zweiten Artikel hier nun wieder, da ich es sehr faszinierend finde, dass die Spezialkräfte wirklich nichts anderes lernen als wir beim Training. Natürlich gibt es für sie Übungen, die extra für die Ausbildung zusammengestellt wurden, damit es für die besonderen Anforderungen schneller zu erlernen ist.

Seit  1998 ist das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK) einsatzbereit. Die Nahkampfausbilder werden seit 2000 in der Trainerakademie unterrichtet. Neben einer sehr umfangreichen Ausbildung in den Bereichen Fallschirmspringen, Schießen, Sprengen, Tauchen kommt auch der Fähigkeit zum waffenlosen Kampf eine zentrale Schlüsselrolle in militärischen Spezialeinheiten zu. Wichtig wird sie immer dann, wenn in einer bestimmten Situation der Einsatz von Waffen unverhältnismäßig wäre oder die Verletzung von unbeteiligten Personen zu befürchten wäre. Beim KSK hat der Nahkampf deshalb eine besondere Bedeutung. Einerseits erhöht sich die Handlungssicherheit der Kommandosoldaten, zu anderen verbessern sich ihre motorischen Fähigkeiten.

Bei der Suche nach einer geeigneten Kampfsportart erwies sich letztendlich das Konzept des Leung Ting WingTsun in Verbindung mit dem EWTO-Escrima als optimal. In der Praxis der letzten Jahre hat es sich aus den folgenden Faktoren bewährt:
– Die Techniken und Prinzipien lassen sich flexibel in alle Nahkampfszenarien mit und ohne Waffen einbinden.
– Die Techniken sind in ihrer Umsetzung logisch und entsprechen dem normalen Bewegungsmuster eines Menschen.
– Sie erfordern keine größere Akrobatik und sind außerdem schnell erlernbar.
– Oftmals entsprechen sie genau den Bewegungsmustern und Vorgehensweisen eines Kommandosoldaten.
– Die konsequente Ausübung der Techniken fördert die gesamtmotorische Entwicklung.
– Durch das spezielle WT-Chi-Sao-Training wird die taktile Wahrnehmung für das Kämpfen gefördert.
– Diese Wahrnehmungsfähigkeit steigert die Kampfkraft bei Einsätzen mit Sichteinschränkungen und bei kurzen Entfernungen.
– Man kann flexibler und stressfreier operieren, da WT ein anpassungsfähiges Kampfsystem ist.
– Die Nahkampfausbildung kann auf der Grundlage von WT und Escrima logisch aufbaut werden.

Das wesentliche Ziel der Nahkampfausbildung ist es, dem Kommandosoldaten die Fähigkeit zu vermitteln, neben seiner Schusswaffe auch noch andere Alternativen einsetzen zu können. Grundsätzlich werden beim Nahkampf Techniken und Prinzipien des WT und des Escrima angewandt, wodurch ein einheitliches, überschaubares und koordiniertes Vorgehen gegen Personen in der Gruppe möglich ist. Die Ausbildung unterteilt sich in waffenlosen Kampf und Waffenkampf mit insgesamt sechs Modulen. In den ersten beiden werden Basistechniken erlernt, die folgenden vier vermitteln dann die besonderen Techniken für Kommandosoldaten. Die Nahkampfausbilder der Kompanien selbst werden gesondert in Kleingruppen trainiert.

 

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