„Stress – Das Raubtier besiegen“
Kategorie: Allgemein am 12.05.2012 12:13 von Sabine OsenbergHeute ist er in aller Munde – der Stress. Das Zusammenspiel äußerer Reize und die Antwort unseres Körpers hierauf begleiten uns schon seit der Frühzeit der Menschheit und haben ehemals unser Überleben gesichert. Was hat sich in jüngster Zeit geändert, dass heute so viele Betroffene krank werden oder Stress gar lebensbedrohlich sein kann? Und wie können wir dem entgegenwirken?
Diese Überschrift und Einleitung stammt von einem Artikel aus der 35. Ausgabe der WingTsun-Welt. Da wir heutzutage sehr häufig Stress haben, die meisten berufstätigen Menschen empfinden es zumindest so, ist es umso wichtiger sich gezielt zu entspannen und sich nicht vom Stress einfangen und überfahren zu lassen. Wenn ich nur an die unzähligen Autofahrer denke, die ständig wegen irgendeinem unfähigen Fahrer vor ihnen anfangen zu fluchen und laut im Auto brüllen, um ihren Frust und die ansteigende Aggressivität rauszulassen, ich bin übrigens ab und zu genauso wenn ich mal wieder über so einen Idioten ärgere, beginne ich mich zu fragen, ob es wirklich so sinnvoll ist, sich wegen so einer Kleinigkeit komplett aus der Ruhe werfen zu lassen. Deshalb fand ich den Artikel sehr hilfreich und gebe ihn deshalb hier wieder.
In gefährlichen Situationen überlebensfähig sein
In der Frühzeit der Menschen bestand bei Konfrontationen mit Raubtieren akute Lebensgefahr. In diesen Situationen musste das Überleben durch Optimierung des Körpereinsatzes gesichert werden. Ein umfangreiches körperliches Programm ermöglicht höhere Leistungsfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit für Flucht oder Kampf.
Die Reize von früher sind nicht die Stressoren von heute
Heute gehen intensive Reize allerdings seltener von einer physisch bedrohlichen Situation aus, sondern vielmehr von gehäuft auftretender Reizüberflutung und verbalen Auseinandersetzungen. Oft stürmt eine Vielzahl von Aufgaben oder Anforderungen auf uns ein. Wobei allgemein die Auffassung herrscht, man müsse eine Vielzahl von Aufgaben möglichst gleichzeitig erledigen können. Forscher fanden heraus, dass der Körper Stress aushält und er positive Fähigkeiten zur Anpassung entwickelt („Freund“), doch ist man Stress zu lange ausgesetzt wandelt sich das ganze ins Gegenteil und der Stress wird zum Feind.
Wie lässt sich mit den modernen Stressoren umgehen?
Auch heute lässt sich eine Reizsituation noch als Antriebsfeder begreifen, flexibel zu reagieren, sich anzupassen und neue Wege einzuschlagen. Die Reize können Körper und Geist dazu aktivieren, Energie bereitzustellen, um eine Aufgabe zu bewältigen. Da wir die Situationen an sich in den wenigsten Fällen ändern können, muss unser Ziel sein, unsere Reaktion auf die Reize zu modifizieren. Elementar ist dabei die Aufmerksamkeit für die Situation, das Wahrnehmen der Reize. Wir sollten uns klarmachen, dass Stressabbau und ausbalancierte Lebensführung kein Luxus sind, sondern Voraussetzung für hohe Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit.
Der erste Schritt muss daher sein, innezuhalten und sich der eigenen körperlichen Reaktionen bewusst zu werden: Ist meine Haltung verkrampft? Sind meine Bewegungen hektisch? Fühle ich Beklemmung oder Schmerz?
Mache dich frei von festgefahrenen Reaktionsmustern
Im nächsten Schritt heißt es, das automatische „ReAgieren“ zu verhindern und unpassende Reaktionsmuster zu unterbrechen. Entscheidend ist, Kontrolle über das eigene Tun und Selbstständigkeit zu gewinnen. Personen, die das Gefühl haben, ihre Lebensumstände beeinflussen zu können, leiden wesentlich seltener unter Stress – auch wenn sie hohen Belastungen ausgesetzt sind. Um das zu erreichen, gilt: „mache dich frei von deiner eigenen Kraft.“ Die körperliche Anspannung steht in Wechselwirkung mit unseren Emotionen. Es „bestimmt das Innere das Äußere, aber auch das Äußere das Innere“.
Zusätzlich empfiehlt sich ein aktives Loslassen, indem man alle Muskeln des Körpers mental durchgeht und sie nacheinander bewusst entspannt. Ist für eine „große Tour durch den Körper“ keine Zeit, lassen sich zwischendrin auch in kleinen Etappen diejenigen Muskeln lösen, die bei dem Einzelnen gewohnheitsmäßig verspannt sind.