Wie funktioniert der Wing Tsun Blog

Herzlich Willkommen auf unserem neuen Wing Tsun-Kung Fu Blog!

Wir werden in regelmäßigen Abständen unterschiedliche Themen aufgreifen und über Wing Tsun, allgemeine Themen, philosophische Geschichten und verschiedene News berichten.

Ihr habt die Möglichkeit, aktiv teilzunehmen und könnt gerne Kommentare oder auch Gastbeiträge schreiben.

Auf der linken Seite findet Ihr die Kategorien Leiste, die mit der Zeit immer weiter aufgebaut werden soll.

Sind mit der Zeit so viele Beiträge vertreten, dass Ihr sie nicht auf Anhieb findet, könnt Ihr unter dem Begriff „Tags“ Stichwörter eingeben und der Artikel wird dann gesucht.

Und jetzt viel Spaß auf dem Blog wünscht Euch Euer Sifu Jürgen Küpper.

 

Wie man sein Leben auch leben kann!

Im Volksmund sagt man jede Madaille habe zwei Seiten. Der folgende Text ist von einer Seite, vielleicht macht’s ja die Mischung? Jetzt habe ich einen älteren Artikel wiedergefunden und wollte ihn Euch nicht vorenthalten. . Vielleicht findet sich der ein oder andere auch angesprochen, atmet danach nochmal durch und nimmt sich selbst und die Dinge um uns herum zumindest manchmal etwas gelassener. Schade wäre es am Ende unsers Lebens zum gleichen Schluss zu kommen.

Könnte ich mein Leben noch einmal von vorn beginnen, würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen. Ich würde alberner sein, würde ganz locker werden, nur noch ganz wenige Dinge ernst nehmen. Ich würde entschieden verrückter sein und weniger reinlich. Ich würde mehr Gelegenheiten beim Schopfe ergreifen und öfters auf Reisen gehen. Ich würde mehr Berge ersteigen, mehr Flüsse durchschwimmen und mehr Sonnenaufgänge auf mich wirken lassen. Ich würde mehr Schuhsohlen durchlaufen, mehr Eis und weniger Bohnen essen. Ich würde mehr echte Probleme und weniger eingebildete Nöte haben. Wie Sie bemerkt haben, bin ich eine von denen, die vorsorglich, vernünftig und gesund leben, Stunde für Stunde, Tag für Tag.

Nun, ich habe meine verrückten Augenblicke, aber wenn ich noch einmal von vorn anfangen könnte, würde ich mehr verrückte Augenblicke haben – genau gesagt: Augenblicke, einen nach dem andern, und nichts mehr von Plänen zehn Jahre voraus. Wissen Sie, ich bin eine von denen, die für alle Fälle Thermometer, Wärmflasche, Gurgelwasser, Regenmantel und Fallschirm bei sich haben. Hätte ich ein zweites Leben, ich würde sie zu Hause lassen.

Könnte ich mein Leben noch einmal von vorn beginnen, ich würde in aller Herrgottsfrühe barfuß in den Frühlingsmorgen laufen und als letzte sagen: Jetzt ist der Herbst dahin. Ich würde mehr Hockey spielen und vom Karussell würden sie mich nicht mehr herunterbringen.

(G. Wilkinson)

 

Gastbeitrag von Heiko Grieff über sein Empfinden als er mit Wing Tsun anfing

Ein Jahr WingTsun mit Sifu Jürgen Küpper

Heute schreibe ich hier mal einen Gastbeitrag für meinen Sifu.
Ich bin jetzt schon ein Jahr bei ihm.

Wow, ist es echt schon ein ganzes Jahr?
Ich halte gerade den Brief der EWTO in der Hand.
Meine Jahresmarke für den Ausweiß.

Wow, ein ganzen Jahr schon.

Ich muss ehrlich sein. Als ich mich vor einem Jahr angemeldet habe, hätte ich nie gedacht das ich wirklich 2~3 mal die Woche zu ihm gehe. Und das schon ein ganzes Jahr!

Einfach, weil ich so ein Typ von Mensch war, wie man ihm auch im Fitnessstudio trifft.
Man meldet sich mit voller Euphorie an und nach 1~2 Monaten geht man nicht mehr hin.
Man hat dann einfach keine Lust und Motivation mehr.

Aber bei Sifu Jürgen ist das irgendwie anders ;)

Ich werde auch meinen ersten Tag nie vergessen. Aber dafür muss ich was weiter ausholen.

Bedingt durch mein damaliges Übergewicht und dem eingeschüchterten Auftreten meiner Person, brachte ich mich selber in die Opferrolle.
Ich habe oft schlechte Erfahrungen machen müssen.

Mal wurde ich verprügelt, mal wurde ich überfallen. Immer wieder und ohne erkennbaren Grund. Diese ganzen Ereignisse machten aus mir einen ängstlichen Menschen. Ich traute mich nicht mehr alleine auf die Straße. Ich fuhr keine Straßenbahn mehr und scheute jegliche Art von Öffentlichkeit.

Irgendwann wurde es mir dann zu viel.
Ich wollte so nicht mehr vor mir her Leben. Jahr um Jahr hockte ich zuhause vor dem PC und versteckte mich vor mir und meiner Angst.

Immer wenn ich auf die Straße ging und eine etwas lautere Stimme hörte oder jemand sich mir näherte, zuckte ich schon zusammen.

Also suchte ich nach einem Ausweg. Psychologische Hilfe schloss ich aus. So weit war ich schon, zu erkennen, dass es keine eingebildete Angst war. Schließlich leben wir mittlerweile in einer anderen Gesellschaft als noch vor 10 ~ 15 Jahren.

Ich wusste, ich musste etwas an mir tun. An meinem Äußeren. An meinem Auftreten.

Aber ich in ein Kampfstudio? Ich kannte Kampf und Sportstudios nur aus dem TV.
Und ich laufe doch auch nicht alleine in ein Rudel Hyänen, um so zu lernen mich gegen sie zu verteidigen.

Ich wollte ….. traute mich aber einfach nicht in ein solches Studio.
Der Weg dort hin und dann noch die Typen dort. Ich musste da immer an eine verruchte Ecke denken, draußen das Logo mit Hantel und innen Muskelbepackte Assis die nur darauf warten, jemanden wie mich klein zu machen.

Und so verging wieder einige Zeit, in der ich mich zuhause versteckte und nach der Arbeit vor dem TV und PC lebte.

Meine Frau war es leid das mit anzuschauen wie ich lebte. Ich tat ihr mit meiner Angst leid.
Und so ging Sie auf die Suche nach einem Selbstverteidigungskurs für mich.

Als Geburtstaggeschenk. Sie suchte und besuchte Studios die von friedlichen Menschen geführt wurden. Und so fand sie ein Kölner Aikido Studio.
Sie kaufte dort einen Einführungskurs und schenkte mir diesen.

Mir gefiel es dort zwar sehr gut, aber leider besiegte es nicht meine Angst. Es war für mich nicht das Richtige. Aber damit löste meine Frau in mir einen Knoten.

Ich ging auch auf die Suche nach anderen Selbstverteidigungskursen im Internet, wo vielleicht auch friedliebende Menschen sind.

Und so fand ich im Januar 2010 die WT Schule von Sifu Jürgen Küpper im Internet.
Die Webseite, die Fotos und Videos machten einen Freundlichen und Friedlichen Eindruck.

Es brauchte dann aber noch mal ein halbes Jahr, bis ich mich wirklich dort hin traute.
Und so kam ich im Juli 2010 zu einem Probetraining.

Ich hatte echt ein nervöses Gefühl. Was mag das wohl sein, wo ich mich jetzt schon wieder drauf eingelassen habe?
Was mögen hier für “Typen” sein. Ich wäre am liebsten gegangen. Aber ich wollte nicht kneifen. Ich war viel zu früh da und so stand ich eine Weile rum.

Der erste mit Sporttasche kam auf das Studio zu. Er blieb stehen, lächelte mich an und fragte mich, ob ich zum Probetraining wollte.
Ich bejahte und so gab er mir seine Hand und stellte sich vor.
Er wäre auch hier Schüler und wünschte mir viel Spaß.

Der nächste kam und so nach und nach trudelten alle Schüler ein. Sie begrüßten sich nicht nur untereinander wie in einer riesen Familie, was mich schon sehr beeindruckte, sie begrüßten auch mich. Alle waren Nett und Freundlich. Ich fühlte mich gleich zugehörig.

Ab da hatte ich keine Sorgen oder Angst mehr vor dem „Studio“.
Keine Assis. Keine blöden Leute. Alles super liebe Menschen.

Und dann ging es schon los. Mit mir waren noch 2 andere da, die ihren ersten Tag hatten.

Ich wusste bis dato nicht viel von WT. Nicht mal was es heißt oder was es bedeutet.

Mein heutiger Si Hing Sebastian begrüßte uns und fing an uns die Siu Nim Tao zu zeigen, während die anderen erfahreneren Schüler Ihre Übungen mit Sifu Jürgen machten.

Ähhh… Die was ? Siu nim tao ? Ich war total verdutzt.

Ich wollte lernen mich selbst zu verteidigen.
Aber nun stand ich dort, in einer total komischen Pose.
Meine Knie leicht eingeknickt und die Beine so verdreht das die Kniescheiben sich sehen konnten. Meine Arme waren komisch angewinkelt und ich sollte immer mit ihnen ein Kreuz nach vorne machen.

Ich war enttäuscht. Ich wollte wissen wie man sich gegen Schläge verteidigt.
Aber nicht, wie man sich komisch hinstellt.

Mein Si Hing sprach etwas vom Chinesischen Kungfu und der Form dazu.

Hmmm… Ich kannte Kung Fu anders. Den Alder oder die Schlange ;)
Graziöser. Schöner.
Das was wir dort machten, war für mich in dem Moment nicht schön und auch nicht graziös.
Zu dem wollte ich auch so was nicht!

Heute weiß ich warum wir im WT keine “Figuren” machen, sondern Formen!
Heute finde ich die Siu Nim Tao schön und alles macht einen Sinn.

Aber für mich war das am ersten Tag erschreckend.
Als wir damit fertig waren, ging es in die “Anwendung”.

Dort zeigte mir Si Hing wie man sich gegen jemanden Verteidigt der einen würgt.
Danach folgten weitere Anwendungen und die Zeit verging wie im Flug.

Es hatte mir echt gut gefallen. Die Leute waren nett. Die Anwendungen waren sehr “cool” und ich meldete mich an.

Im darauf folgenden Training erfuhr ich davon, dass es auch “Prüfungen” und Schülerstufen gibt. Das wir eine Chinesische Kampfkunst erlernen. Eine Art von Kungfu.

Ufff.. Das wollte ich eigentlich nicht. Ich wollte mich selbstverteidigen. Aber nicht einen “roten” oder “grünen” Gürtel machen ;) Ich wollte nichts Chinesisches oder Traditionelles erlernen sondern was effektives. Und dann noch die Prüfungen. Ich mochte keine Prüfungen. Ich war mit meinen ca. 115 Kilo nicht der sportlichste (aber der Dickste ;) ) und hatte keine Lust auf sportlichen Leistungsdruck ;) Ich wusste ja gar nicht was mir bevor steht und was ich leisten muss.

Heute, ein Jahr später, bin ich immer noch da und habe schon 3 Prüfungen erfolgreich absolviert. Die Auszeichnungen hängen mit Stolz an meiner Wand im Wohnzimmer und die Prüfung zum 4ten Schülergrad steht schon sehnsüchtig vor der Tür!

Ich habe in dem Jahr mehr gelernt, als ich mir selber zugetraut habe. WingTsun ist mehr als “nur” eine Art sich selbst zu Verteidigen.

Die Formen welche ich erlernt habe, helfen mir in der Gefahr aus Reflex zu handeln und nicht um im Kampf “schön” auszusehen.

WT mag zwar eine traditionsreiche Kungfu Kampfkunst sein, aber sie wurde und wird immer auf den “neusten Stand” gebracht. Sie wird der Gefahr angepasst. So lernt man heute im WingTsun auch auf dem Boden liegend sich gegen Tritte zu verteidigen und wieder von alleine hoch zu kommen.

In der Gefahr lerne ich nicht “den Tiger” zu machen, sondern mich auf die aktuelle Gefahr einzustellen.
Ich lerne aber auch vorher deeskalierend zu wirken und nicht gleich die Gefahr KO zu schlagen.

Das eine Jahr, hat mich auch motiviert mein Körpergewicht zu reduzieren.
Auf mich und meine Ernährung zu achten. Und so wiege ich jetzt schon fast 18 Kilo weniger.
Ob das mit WT zu tun hat? Keine Ahnung, aber vorher war ich nicht so motiviert ;)

Meine Angst ist zwar immer noch da, aber ich habe gelernt mit ihr umzugehen. Sie wird auch immer bleiben. Angst hat jeder von uns. Sie ist ein natürlicher Bestandteil des Menschen.

Aber sie isoliert mich nicht mehr. Sie kontrolliert mich nicht mehr. Mit WT habe ich gelernt sie richtig einzusetzen.

Ich weiß nicht wie es in anderen Kampfkunst Schulen ist. Ich werde es wohl auch nie erfahren. Weil ich diese lieb gewonnene Gemeinschaft nicht mehr missen möchte.

Ich freue mich jede Woche aufs Neue, auf unseren Sifu, unserem Si Hing und meinen Freunden dort.

Vor einem Jahr glaubte ich noch, das ich den ganzen „Kram“ nicht lange mache und wohl gehen werde wenn ich gelernt habe wie ich mich zu verteidigen habe.

Heute weiß ich, dass es noch ein langer Prozess bis dahin ist. Das macht mir aber auch nichts. Heute möchte ich nicht mehr weg und freue mich auf die neuen Anwendungen und Herausforderungen!

Ein Jahr WT bei Sifu Jürgen Küpper.

Danke für diese und die noch kommende schöne Zeit.

Es hat angefangen aus mir einen neuen Menschen zu machen!

 

Jörg und Sebastian beim Privatunterricht

Jörg und Sebastian

Jörg und Sebastian

Gestern war es mal wieder soweit, Jörg und Sebastian waren fleisig ihre Anwendungen am verbessern. Bei uns blieb kein Auge trocken, weil die Beiden immer für eine Überraschung gut sind.

 

Prüfungsseminar

Am 27. März haben wir in der Schule Hückeswagen ein Prüfungsseminar. Die meisten Schüler, die das erste Mal auf einem Seminar sind wissen natürlich nicht was sie erwartet und sind dementsprechend etwas aufgeregt. Im Wing Tsun lernen wir zwölf Kampfprogramme oder auch Schüler Grad Programme genannt. Jedes einzelne Programm, befasst sich mit einem Schwerpunktthema. Nach einer gewissen Zeit, ca. 2-4 Monate, kann der Schüler darüber, eine Prüfung ablegen. Diese Prüfung dauert in der Regel ca. 3 h. In diesen 3 h trainiert der Schüler mit seinem Trainingspartner und wiederholt und verfestigt sein bisher erlerntes Wissen. Der Schüler kommt an so einem Tag, mit einer noch konzentrierteren Einstellung zum Unterricht. Hier präsentiert er nun sein bis dato erlerntes können. Da im Wing Tsun der Lehrer und der Schüler ein sehr wertschätzendes Verhältnis pflegen, bleibt so ein Tag in sehr positiver Erinnerung. Zum Abschluss des Seminars bekommt jeder Schüler seine Urkunde die seinen aktuellen Leistungsstand festhält und beurkundet. Diese Urkunde ist ein Spiegel ihres oder seines Erfolges.Und auch die Schüler die zum ersten Mal dabei waren, sind froh über die tolle Erfahrung  und fiebern durch fleißiges üben im Gruppenunterricht der nächsten Prüfung entgegen.

 

Der schlaue Papagei

Ein Kaufmann hatte einen Papagei, der in einem Käfig eingesperrt war. Als er eines Tages auf eine Reise nach Indien fuhr, fragte er den Papagei, was er sich denn wünsche. Dieser sagte. Richte dort meinen mir verwandten Papageien einen Gruß von mir aus und erzähle ihnen, wie ich hier bei dir lebe: alleine in einem Käfig eingesperrt. Der Kaufmann kam in Indien an, und als er eine Straße entlangging, sah er auf einem Baum sitzend eine große Papageienfamile. Wie versprochen, übermittelte er diesen den Gruß aus der Ferne. Als er dann erzählte, wie sein Papagei lebte, waren die anderen Papageien so erschrocken, dass sie tot vom Baum fielen und am Boden lagen. Der Kaufmann erschrak, ging dann davon und trat die Heimreise an. Zu Hause erzählte er seinem Papagei, was vorgefallen war. Daraufhin erschrak auch dieser so, dass er von der Stange fiel. Er lag auf dem Boden und rührte sich nicht mehr. Der Kaufmann war sehr traurig, nahm den Vogel aus dem Käfig, brachte ihn in den Garten und legte ihn auf den Boden, um ihm dort ein Grab zu schaufeln. Während er dieses tat, öffnete der Papagei plötzlich die Augen und flog lachend davon. Dank seiner Verwandten, die ihm über einen so weiten Weg eine Lösung geschickt hatten, war auch er jetzt frei.

 

Fotoshooting

Am Freitag den 25.02. war es soweit! Si-Fu hat für unsere Internetseite ein professionelles Shooting organisiert! Ich wußte gar nicht was mich  erwartet.
Um 11:00 Uhr war es dann so weit.
Peter Kalawinski war mit seinem Team bei uns in der Wing Tsun Schule Hückeswagen angereist und hatte einiges an Equipment mitgebracht. Es war ein sehr aufwendiger Aufbau von verschiedenen Lichtern, Leinwänden, Lichtreflektoren, Fotokameras und noch weiteren Dingen!
Nach ungefähr einer Stunde stand das Set! Wir starteten mit einigen Porträtaufnahmen und verschiedenen Posen, die wir einnehmen mussten. Anschließend ging es weiter mit den WingTsun Positionen! Oh man, das war vielleicht anstrengend! Nicht nur das wir unsere Gestik und Mimik einüben mussten. Nein, die verschiedenen Positionen zu halten und den richtigen Blick zu wahren, war eine große und lustige Herausforderung!

Es hat richtig viel Spaß gemacht!

Ich werde in kürze ein paar Bilder veröffentlichen.

Nochmal einen ganz großen Dank an Peter und sein Team und natürlich an Si-Fu, der das ermöglicht hat!

Hier ein kleiner Vorgeschmack!!!

sifukatana